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What we miss from Newfoundland

Heilige Makrele – Das wird jetzt, nach Nova Scotia, ziemlich schwierig das zu beschreiben – oder auch nicht. Was wir vermissen von Newfoundland? Hmm… Moose, Bären, satte Wälder, unendliche Wälder… das reicht nicht. Ich glaube, ich muss mich dazu einiger Superlativen bedienen um zu beschreiben, was wir vermissen. 

Holy mackerel – This will now, according to Nova Scotia, be quite difficult to describe – or not. What do we miss about Newfoundland? Hmm… mosses, bears, lush forests, endless forests… that’s not enough. I think I have to use some superlatives to describe what we miss.

Was wir vermissen von Newfoundland

John, ein Freund aus Nova Scotia, hat uns vorab bereits gewarnt mit den Worten: „Ihr werdet in Newfoundland stecken bleiben.“ Ganz so richtig geglaubt haben wir ihm nicht. Man muss die Erfahrung selbst machen und dann weiss man es besser. Und hier also die Superlativen zu Newfoundland: Einzigartig, Herzlich, roher Diamant, Sagenhaft, Wundervoll, Atemraubend, Naturwunder, Grüne Lunge Kanadas.

What we miss from Newfoundland

John, a friend from Nova Scotia, has already warned us in advance with the words: “You will get stuck in Newfoundland.” We didn’t really believe him. You have to make the experience yourself and then you know better. And here are the superlatives of Newfoundland: unique, cordial, raw diamond, legendary, wonderful, breathtaking, natural wonder, green lung of Canada.

Ankunft in Newfoundland 

Wir tuckern also mit der Fähre von North Sydney nach Port-aux-Basque rüber. Runter von der Fähre und los auf dem Trans Canada Highway 1 gen Norden. Die Strasse führt rauf und runter, es hat Nebel, regnet ein wenig. Wir sehen daher zu Beginn nicht so viel von der Gegend. Dann – es geht in eine Links-Kurve – lichtet sich der Nebel und wir sehen es vor uns… Boahhhhhhhhh… Berge… hohe, von dichtem Wald bewachsene Berge in sattem Grün. Die Wälder sind so dicht, da kriegste nicht mal ein Blatt Papier zwischen den Bäumen durch. Wir haben soeben den ersten Newfie-Flash gekriegt. Apropos Newfie… Die Neufundländer nennen sich selbst Newfies. Viele Neufundländer hören es zwar nicht gerne, aber hei – Appell an die Neufundländer – seid stolz auf diese einzigartige Abkürzung. Dies zeichnet euch aus. Dies lässt euch aus der Masse der Völker hervorheben. Dies macht euch so liebenswert. Wer sich selbst so schick auf die Schippe nehmen kann den muss man einfach gerne haben.

Arrival in Newfoundland 

So we chug over by ferry from North Sydney to Port-aux-Basque. Get off the ferry and head north on Trans Canada Highway 1. The road leads up and down, it has fog, it rains a little. So we don’t see much of the area at the beginning. Then – it goes into a left curve – the fog clears and we see it in front of us… Boahhhhhhhhhhh… mountains… high mountains covered with dense forest in rich green. The forests are so dense that not even a sheet of paper can get through the trees. We just got the first Newfie flash. Apropos Newfie… The Newfoundlanders call themselves Newfies. Many Newfoundlanders don’t like to hear it, but hot – appeal to the Newfoundlanders – be proud of this unique abbreviation. This distinguishes you. This makes you stand out from the crowd of races. This is what makes you so adorable. If you’re so smart about yourself, you just have to like it.

Achtung Gefahr – Elche

Wir treffen am Strassenrand auch auf die erste Moose-Tafel. Moose… zu deutsch Muuus… also ganz lang gezogen und die Betonung auf die beiden „oo’s“. Wer es nicht weiss, Moose ist die englische Bezeichnung für Elch. Wir haben gelesen, dass es in Newfoundland rund 170’000 Moose geben soll. „Cool“, denke ich, „da kriegen wir sicher ganz viele zu sehen.“ Was haben wir Moose gesehen! Strassenschilder, Hinweistafeln, Gefahrentafeln… überall ein Moose drauf. Hier, da, drüben, dort, Ost, West, Süd, Nord… wir haben uns die Augen aus dem Kopf geschaut. Wo sind Bitteschön die lebenden Moose??? Wir haben in der gesamten Zeit – mehr als ein Monat auf Newfoundland – 3 Moose gesehen. Also echte, nicht jene auf den Tafeln. Moment mal, haben wir nicht was gelesen von 170’000 hochbeiniger, röhrender, Grasbüschel kauender Moose? Wer hat die gezählt? Was haben die Zähler vor der Zählung eingenommen? Wie haben die gezählt? Eins, Zwei, Drei, viele…? Das ist jetzt in echt so ziemlich das Einzige, was wir gerne noch mehr gesehen hätten. Die Moose scheinen sich bewusst zu verstecken.

Dafür haben wir uns auch gerächt. Wie? Wir haben einen Moose-Burger gegessen. Und wir haben frisches Moosefleisch gekriegt… selbst eingemacht… dazu später mehr.

Attention Danger – Moose

We also meet the first moss board at the roadside. Moose… in english Muuus… so very long and the emphasis on the two “oo’s”. Who does not know it, Moose is the English name for Elk german. We have read that there are about 170’000 mosses in Newfoundland. “Cool,” I think, “I’m sure we’ll get to see a lot of them.” What have we seen mosses! Road signs, information boards, danger signs… everywhere a moss on it. Here, there, over there, there, east, west, south, north… we looked out of our minds. Where are the living mosses??? In the whole time – more than one month on Newfoundland – we saw 3 mosses. So real ones, not those on the boards. Wait a minute, didn’t we read about 170,000 high-legged, roaring, tufts of grass chewing mosses? Who counted them? What did the counters take before the count? How did they count? One, two, three, many…? That’s pretty much the only thing we would have liked to see more. The mosses seem to hide consciously.

We took revenge for that, too. How? We ate a moss burger. And we got fresh moss meat… canned ourselves… more about that later.

Wenn man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht

Ja echt… ist uns geschehen… wir stehen da im Irgendwo… rings um uns herum Bäume… dicht aneinander gereiht. Die dominierenden Bäume – manchmal Nadelbäume, dann wieder Laubbäume – sind unterschiedlich hoch. Einmal eher kleinwüchsig, dann weit in den Himmel ragend. Am Boden weiches Moos (Nein nicht Moose das Tierchen mit Geweih, hier jetzt pflanzliches, nasses Moos). Wir sehen Farne, Pilze, Gras. Alles um uns herum in sattem Grün. Die Wälder ziehen sich vom hohen Bergspitz bis runter direkt zum Meer. Millionen von Bäumen und wir mitten drin. Da stehst du also inmitten der Bäume und kannst den Wald nicht sehen. Er ist schlichtweg einfach zu gross.

When you can no longer see the forest for the trees

Yes, really… it happened to us… we’re standing there somewhere… trees all around us… close together. The dominant trees – sometimes conifers, then deciduous trees – are of different heights. Once rather small, then reaching far into the sky. On the ground soft moss (No not moss the little animal with antlers, here now vegetable, wet moss). We see ferns, mushrooms, grass. Everything around us in rich green. The forests stretch from the high mountain top down to the sea. Millions of trees and us in the middle. So you’re standing in the middle of the trees and can’t see the forest. It is simply too big.

Natur der puren Art

Newfoundland besticht hauptsächlich mit Bergen und Tälern und endlosen Küsten – logisch, ist ja auch eine Insel. Die Berge sind – gemessen am Massstab eines Schweizers der in der Schweiz (ganz, ganz tolle Beschreibung) aufgewachsen ist und Berge kennt – bestechend hoch. Und alle sind sie mit Bäumen überwachsen. Nadelhölzer, Laubbäume über und über… dicht aneinander gereiht… Nein, die sind eben nicht „gereiht“ wie die Schweizer Wälder. Hier darf sich die Natur noch so richtig austoben. Hier jubeln Käferchen und Insekten noch im Unterholz und feiern kräftig Parties ob der üppigen Fülle des allgegenwärtigen Grün. Der Schweizer Wald ist im Grunde ja nur noch Wirtschaftswald. Möglichst alle Bäume in einer graden Linien einpflanzen und aufziehen. Alle 10 Meter muss ein Baum stehen damit der Wald licht ist aber noch eng genug für zwei, drei Rehe und eine Fuchsfamilie. Das nennt sich dann in der Schweiz – Naherholungsgebiet. 

Nature of the pure kind

Newfoundland mainly captivates with mountains and valleys and endless coasts – logical, it is also an island. The mountains are – measured by the scale of a Swiss who grew up in Switzerland (very, very great description) and knows mountains – impressively high. And they are all overgrown with trees. Softwoods, deciduous trees over and over… closely lined up… No, they are not “lined up” like the Swiss forests. Here nature can really let off steam. Here beetles and insects still cheer in the undergrowth and party vigorously because of the lush abundance of the omnipresent green. The Swiss forest is basically just a commercial forest. Plant as many trees as possible in a straight line and raise them. Every 10 meters a tree must stand so that the forest is light but still narrow enough for two, three deer and a fox family. This is called a local recreation area in Switzerland.

Nein, Wald in Newfoundland verdient das Wort Wald noch. Da liegen auch mal ein oder mehrere Stämme quer im Gestrüpp und fläzen sich am Boden rum. Hei, hier darf Wald noch Wald sein. Und hier ist um die Ecke nicht ein Naherholungsgebiet, Newfoundland IST das Naherholungsgebiet. Ok, vielleicht sollte ich an dieser Stelle das Wort „nah“ eher weglassen… 🙂 Und dann kommst du auf eine grosse Lichtung und ziehst erst einmal die Sonnenbrille an. Der schattenspende Wald liegt ja hinter dir und die Sonne blendet saumässig. Nachdem die Augen sich an das Umgebungslicht gewöhnt haben, da siehst du es… du stehst mitten in knie- oder hüfthohem Gras… du siehst ringsherum blühende Blumen… violett, gelb, rosa, lila, rot, orange und sogar blaue Blumen. Wir haben Schwertlilien und Schachtelhalme gesehen die oben am Berg wachsen und bis runter ans Meer zu finden sind. Sogar Orchideen blühen hier. Die Teiche sind übersät von Seerosen mit gelben oder weissen Blüten. Du hörst das Summen der Hummel die nach Nektar suchen und von Blüte zu Blüte fliegen. Libellen jagen nach Insekten… schwirren auf dich zu… drehen kurz vor dir ab und ziehen weiter. Vogelgezwitscher von links, von rechts, weit entfernt, neben dir. Ein Squirrel huscht von Ast zu Ast gleicht daneben. Daneben bedeutet hier 3 Meter. DAS ist Natur pur. Hier hörst du keinen – durch den Menschen produzierten – Lärm wie Rasenmäher, Flugzeuge, quietschende Strassenbahnen, Baumaschinen-Gedröhn, hupende Autos, aufheulende Motoren, Nachbars Lumpi der dich wieder einmal ankeift (die kleinen Hunde können ja nicht wirklich bellen… die kläffen nur). Traumhaft. 

No, forest in Newfoundland still deserves the word forest. Sometimes there are one or more trunks lying crosswise in the bushes and fleecing on the ground. Hei, here forest may still be forest. And here around the corner is not a local recreation area, Newfoundland IS the local recreation area. Ok, maybe I should leave out the word “local” at this point… 🙂 And then you come to a big clearing and put on your sunglasses. The shady forest is behind you and the sun is dazzling. After your eyes have got used to the ambient light, you see it… you stand in the middle of knee- or waist-high grass… you see flowers blooming all around… violet, yellow, pink, purple, red, orange and even blue flowers. We have seen irises and horsetails growing up on the mountain and down to the sea. Even orchids bloom here. The ponds are covered with water lilies with yellow or white flowers. You can hear the buzzing of the bumblebees searching for nectar and flying from flower to flower. Dragonflies hunt for insects… buzz towards you… turn away in front of you and move on. Birds chirping from the left, from the right, far away, beside you. A squirrel scurries from branch to branch, like a branch next to you. Next to it here means 3 meters. THIS is pure nature. Here you hear no noise – produced by humans – like lawn mowers, airplanes, squeaky trams, construction machinery roaring, honking cars, howling engines, neighbor Lumpi the Lumpi who once again gives you a yelp (the little dogs can’t really bark… they just bark). Dreamlike.

Öhmmm… da war doch noch was beim Visitor Center in Port-aux-Basque? Was war das nochmals mit der einen Warnung? Achte in der Wildnis auf Moose, Bären und Coyote… wo stehen wir gerade??? Ui… Wildnis… also das mit einer Moose-Begegnung kann ich immer noch nicht nachvollziehen. Wir haben mehr Moose gesehen als wir die als Hamburger gegessen haben. Aber hier in der Wildnis – no Moose. Da war noch das zottige schwarze Tierchen – Schwarzbär – soll es hier auch geben. Wir haben zwei gesehen – von ganz weit weg. Die flüchten eher als sie dem Raubtier Mensch begegnen wollen. Und da wäre noch der Coyote. Haben wir auch nicht gesehen. Also Bärenglöckchen, Bärenspray weiterhin im Rucksack lassen und den dicken Wanderstock fortan diesem Zweck anstelle von Coyote-Verteidigung-Stock verwenden. Nichts desto trotz haben wir immer Vorsicht walten lassen und uns vor jedem Trail über die Wildtiere informiert. 

Um… there was something at the Visitor Center in Port-aux-Basque? What was that again with the one warning? Watch out for mosses, bears and coyotes in the wilderness… where are we right now??? Ui… wilderness… so I still can’t understand the moss encounter. We saw more mosses than we ate as hamburgers. But here in the wilderness – no Moose. There was also the shaggy black animal – the black bear – there is supposed to be here too. We saw two of them – from far away. They flee rather than they want to meet the predator man. And there is the coyote. We haven’t seen them either. So bear bells, keep bear spray in your backpack and use the thick walking stick for this purpose instead of the coyote defense stick. Nevertheless, we have always exercised caution and informed ourselves about the wild animals before each trail.

Der Newfie

Wenn ich die Freundlichkeit, Gastfreundschaft und Fröhlichkeit von Neufundländern auf einer Skala von 1-10 bewerten muss und 10 dabei der höchste Wert ist, dann kriegen die Newfies eine 15. Der Newfie – alle Neufundländer mögen mir verzeihen wenn ich euch immer wieder als Newfies beschreibe, aber ich meine das nicht wertend, vielmehr voller Respekt – ist herzensgut, fröhlich, einladend, begeistert, lustig, demütig und das alles mit Stolz und Würde. 

The Newfie

If I have to rate the friendliness, hospitality and cheerfulness of Newfoundlanders on a scale of 1-10 and 10 is the highest value, then the Newfies get a 15. The Newfie – all Newfoundlanders may forgive me if I describe you as Newfies again and again, but I don’t mean that judgmental, but rather full of respect – is hearty, cheerful, inviting, enthusiastic, funny, humble and all that with pride and dignity. 

Wir sind in Kings Point von einer Familie aufs Herzlichste eingeladen worden. Rhondas und Owens Tochter Nathalie und der jüngste Sohn Riley haben für uns ein paar Lieder gesungen. Ihr ältester Sohn, Brandon, war leider nicht zuhause sondern in Labrador bei der Arbeit. Wir fühlten uns sofort willkommen, aufgenommen, zuhause. Wir haben Owens Eltern, Bruder, Schwester, Freunde (Hallo Roy und Wolf, Hallo Rhonda und John) kennen gelernt. Alle haben uns begrüsst und mit uns diskutiert, haben gefragt wer wir sind, woher wir kommen. Haben echtes Interesse an uns gezeigt. Wir wären am liebsten in Kings Point geblieben. Wir haben auch schon ein Stück Land angesehen, das zum Verkauf ausgeschrieben war. 😉 

In Kings Point we have been warmly invited by a family. Rhondas and Owen’s daughter Nathalie and the youngest son Riley sang some songs for us. Their eldest son, Brandon, was unfortunately not at home but at work in Labrador. We immediately felt welcome, taken in, at home. We met Owen’s parents, brother, sister, friends (Hello Roy and Wolf, Hello Rhonda and John). Everyone welcomed us and discussed with us, asked who we are, where we come from. Have shown real interest in us. We would have loved to stay at Kings Point. We have also seen a piece of land that was put up for sale. 😉 

Wir sind, nachdem wir den Osten Newfoundlands erkundet haben, wieder zurück nach King’s Point gefahren. Wir wollten unbedingt nochmals Rhondas und Owens Gesellschaft geniessen. Es fällt uns enorm schwer – sogar Tränen fliessen – als wir uns ein paar Tage später von den beiden verabschieden. Wir wollen ja noch ein wenig die Welt erkunden. Aber – wir werden ganz sicher wieder nach King’s Point zurückkommen. Es ist ein Stück Heimat geworden. Und dann sehen wir alle wieder, Rhonda B., Owen, Rhonda A., John, Roy, Wolf – einfach alle. 🙂

After exploring the east of Newfoundland we drove back to King’s Point. We really wanted to enjoy Rhondas and Owen’s company again. It is very difficult for us – even tears flow – when we say goodbye to them a few days later. We want to explore the world a little more. But – we will definitely come back to King’s Point. It has become a piece of home. And then we all see again, Rhonda B., Owen, Rhonda A., John, Roy, Wolf – just all of them. 🙂

Und hier die Auflösung zu eingemachtem Moose. Wir haben zwei Einmach-Gläser mit Moosefleisch gekriegt. Das kann man dann kalt oder auch warm essen. Je nachdem wie es beliebt. Das ist wirklich lecker und das Fleisch schmeckt ähnlich zart wie Wildspezialitäten in der Schweiz. 

And here the resolution to canned moss. We got two preserving jars with moss meat. You can eat it cold or warm. Depending on how you like it. This is really delicious and the meat tastes as tender as game specialities in Switzerland.

Der Newfie hat die Ruhe weg

Oder Woody Point – da gibt es auch eine tolle Geschichte zu erzählen. Wir haben einen Platz direkt am Meer, bereits besucht von unseren Freunden von www.d-hai.ch. Wir fahren also gemäss deren Koordinaten dahin. Die Zufahrt wird jedoch von Girlanden leicht versperrt. Kein Problem, der Duro ist nicht hoch, sodass wir drunter durch fahren können. Am Ende der Strasse gibt es genug Platz für uns um da super zu parken und die Nacht zu verbringen. In der Abenddämmerung kommen ein paar Newfies mit ihrem Truck daher und klopfen bei uns an die Tür, begrüssen uns und fragen ob wir hier die Nacht durch bleiben wollen. Ja, wollen wir. Können aber auch woanders parken wenn es verboten ist. „Nein, verboten ist es nicht, bleibt ruhig stehen.“ sichert uns der Fahrer zu. „Nur haben wir dieses Wochenende ein Dorffest gehabt und als Abschluss – heute Abend – wird ein Feuerwerk gezündet. Genau hier wo ihr jetzt steht.“ drückt der Newfie seine Besorgnis für unser Fahrzeug aus. „Wäre ja blöd wenn der Duro heisse Glut abbekommen würde weil das ja ein geiles Fahrzeug ist.“ erklärt sich der Newfie. Am besten wäre es, wenn wir ein kleines Stück die Strasse weiter fahren würden, stört sowieso niemanden. Da wären wir in Sicherheit. IST das nicht beeindruckend? Kein Schimpfen, kein Verbot, keine Drohungen von wegen Polizei holen. Appel zum Zweiten an die Newfies – seid Stolz auf diese Eigenschaften. Sie sind schwer zu finden bei den Menschen in der Welt und ihr habt es einfach im Blut. 

The newfie has lost his composure.

Or Woody Point – there is also a great story to tell. We have a place right by the sea, already visited by our friends from www.d-hai.ch. So we go there according to their coordinates. However, the access road is slightly blocked by garlands. No problem, the Duro is not high, so we can drive under it. At the end of the road there is enough space for us to park and spend the night. At dusk some newfies come along with their truck and knock on our door, greet us and ask if we want to stay through the night. Yes, we do. But we can also park somewhere else if it is forbidden. “No, it’s not forbidden, just stay there,” the driver assures us. “Only this weekend we had a village festival and as a conclusion – tonight – a fireworks display is ignited. Right here where you stand now” the newfie expresses his concern for our vehicle. “Would be stupid if the Duro would get off hot embers because it is a horny vehicle,” explains the Newfie. It would be best if we would drive a little bit further along the road, nobody would mind anyway. There we would be safe. Isn’t that impressive? No scolding, no prohibition, no threats to call the police. Appeal second to the Newfies – be proud of these qualities. They are hard to find among the people in the world and you just have it in your blood. 

Als Vergleich – der Schweizer!!! Fährt mit dem Mercedes vor, pocht an die Tür des Duro das sich das Schloss verbiegt, raunt als erstes – mit hochrotem Kopf der kurz vor der Explosion steht – dass das nicht geht. „Zudem ist es verboten. Ihr müsst sofort wegfahren. Wenn ich in 5 Minuten wieder komme müsst ihr weg sein. Sonst rufe ich die Polizei. Dann gibt es eine saftige Busse. Blablabla…“ wettert der aufgeblasene Schweizer Hobby-Pyromane und plustert dabei seine Backen auf wie ein Ballon, schaut dabei aber eher so aus, wie wenn er dem Versuch einer Implosion entgegen wirken möchte.

For comparison – the Swiss!!! When the Mercedes arrives, knocks on the door of the Duro that bends the lock, first murmurs – with a bright red head that is about to explode – that this is not possible. “Moreover, it is forbidden. You have to drive away immediately. When I come back in 5 minutes you must be gone. Otherwise I call the police. Then there is a juicy bus. Blablabla…” the inflated Swiss hobby pyromaniac rambles and plusters his cheeks up like a balloon, but looks more like he wants to counteract the attempt of an implosion.

Oder das war noch der singende Postman in St. John’s. Wir mussten ein Paket verschicken und sind dazu – logischerweise – in ein Postamt gegangen. Wie es so kommt wenn wir unsere Nationalität bekannt geben – wir verstricken uns in ein langes Gespräch. Auf dem Postamt. Sicher 45 Minuten. Und da war der eine Postbeamte – der hat uns Lieder vorgesungen. Echt – kein Witz mit Hand aufs Herz und Rütlischwur (für die Nicht-Schweizer: auf dem Rütli wurde anno Domini die Eidgenossenschaft mit einem Schwur gegründet. Daher der Begriff Rütlischwur. Also eine hochheilige Sache). Versucht mal in der Schweiz einen Postbeamten zu finden der singt – geschweige denn auf irgendeine Art locker wirkt. 

Or that was the singing Postman in St. John’s. We had to send a parcel and – logically – went to a post office. As it happens when we announce our nationality – we get entangled in a long conversation. At the post office. Probably 45 minutes. And there was one postman – he sang songs for us. Really – no joke with hand on heart and Rütlischwur (for the non-Swiss: on the Rütli the Swiss Confederation was founded anno Domini with an oath. Hence the term Rütlischwur. So a sacrosanct thing). Try to find a postal clerk in Switzerland who sings – let alone seems relaxed in some way. 

Der Newfie im Westen – West the best

Als wir im Westen, konkret im Ort Port-aus-Port East, in der einzigen Brauerei eingekehrt sind, haben wir wieder einmal einen Flight bestellt um vier verschiedene Biere zu probieren. Ein Flight beinhaltet eine Auswahl von vier bis sieben verschiedenen Bieren in kleinen 5-Unzen-Gläsern. Claudia und ich teilen uns jeweils immer so ein Flight. Das genügt uns. Als wir da nun so unsere Bierchen probieren, kommt ein paar in die Bar und geht hinter den Tresen. Aha, die Chefs. Sie ruft laut in die Runde: „Wer von euch ist Schweizer und mit dem Tank draussen da?“ Ich hebe leicht zögernd die Hand, weiss nicht was jetzt kommt. „Hei, so cool euer Fahrzeug. Das ist genial. Was ist das?“ Während Claudia und ich uns erklären was das für ein Gefährt ist, rennt der Rest der Belegschaft inklusive Chef und Gästen nach draussen um unseren Duro zu beäugen. Kurz danach kommt der Chef der Brauerei wieder zu uns, streckt mir die Hand entgegen und begrüsst uns freudig. Er scheint sehr beeindruckt zu sein von unserem Reiseprojekt und schenkt uns gleich noch eine Fahne seiner Brauerei. Wir befestigen die Fahne am Duro und bereisen so die ganze Insel Newfoundland. Dem einen oder anderen Newfie haben wir die Secret Cove Brewing Co. empfohlen. Wir hoffen, dass ganz viele neue Gäste da aufgetaucht sind.

The Newfie in the West – West the best

When we arrived at the only brewery in the west, specifically in Port-aus-Port East, we once again ordered a flight to try four different beers. One flight includes a selection of four to seven different beers in small 5 ounce glasses. Claudia and I always share such a flight. That’s enough for us. As we now try our beers, a few come into the bar and go behind the counter. Aha, the bosses. She shouts out loud to the crowd: “Which one of you is Swiss and with the tank out there? I raise my hand a little hesitantly, don’t know what’s next. “Hei, so cool your vehicle. That’s brilliant. What is that? While Claudia and I explain to ourselves what kind of vehicle it is, the rest of the staff including the boss and guests run outside to watch our Duro. Shortly afterwards the boss of the brewery comes back to us, stretches out his hand towards me and greets us joyfully. He seems to be very impressed by our travel project and gives us a flag of his brewery. We attach the flag to the Duro and travel the whole island of Newfoundland. We recommended the Secret Cove Brewing Co. to one or the other newfie. We hope that a lot of new guests have appeared.

Die beste Brauerei ist auf Newfoundland

An dieser Stelle komme ich auf den Hinweis zurück vom Nova Scotia-Bericht. Da habe ich gesagt, dass wir einige Brauereien besucht und solche Flights probiert haben. Ich habe in diesem Bericht auch erwähnt, dass die beste Brauerei aber nicht in Nova Scotia zu finden ist. Die Brauerei hier, in Port-au-Port East, die Secret Cove Brewing Co. braut mit Abstand das beste Bier. Wir haben bislang meist immer ein Bier im Flight gehabt, das wirklich gut geschmeckt hat. Aber bei der Secret Cove Brewing Co. hat jedes der vier Biere absolut Top geschmeckt. Klar, ist Geschmacksache. Dennoch ist aus unserer Sicht jedes Bier Spitzenklasse. Und wir haben auf Newfoundland bis auf eine Brauerei alle probiert. Besonders an Secret Cove Brewing Co. ist, sie besteht erst seit Dezember 2018 – also brandneu. Wir wurden eingeladen, am kommenden Freitagabend am Live-Konzert einer ortsansässigen Gruppe beizuwohnen. Wir haben es leider nicht geschafft. Dennoch vielen lieben Dank an Jason für die Einladung.

The best brewery is on Newfoundland

At this point I come back to the reference to the Nova Scotia report. I said that we visited some breweries and tried such flights. I also mentioned in this report that the best brewery is not in Nova Scotia. The brewery here, in Port-au-Port East, the Secret Cove Brewing Co. brews by far the best beer. So far we have usually had a beer in the flight that tasted really good. But at the Secret Cove Brewing Co. each of the four beers tasted absolutely top. Sure, it’s a matter of taste. Nevertheless, from our point of view every beer is top class. And we tried all but one brewery in Newfoundland. What’s special about Secret Cove Brewing Co. is that it only exists since December 2018 – so it’s brand new. We were invited to attend a live concert of a local group next Friday evening. Unfortunately we didn’t make it. Nevertheless many thanks to Jason for the invitation.

Schier unendliche Weite

In Newfoundland kann es schon geschehen, dass man für viele Kilometer ganz alleine auf der Strasse fährt. Kein Gegenverkehr, einfach treiben und den Motor schnurren lassen. Ok, nicht alle Strassen sind in Top-Zustand – aber dafür haben wir ja auch den Duro mit den langen Beinen – Federbeinen. Unendlich kann man Newfoundland nicht bezeichnen denn es ist eine Insel. Also wird irgendwann mal der Fahrerraum nass, dann weiss man das man am einen Ende angekommen ist. Dennoch – Newfoundland ist 2,5 mal grösser als die Schweiz und wenn man die Strapazen einer Besteigung eines Berges in Angriff nimmt, so wird man mit einer Aussicht belohnt die seinesgleichen lange suchen muss. Der Blick reicht bis an den Horizont und dabei blickt man nur auf Wälder, Seen, stille Wiesen und auf Ruhe. 

Sheer infinite vastness

In Newfoundland it can happen that you drive all alone on the road for many kilometres. No oncoming traffic, just drive and let the engine purr. Ok, not all roads are in top condition – but that’s why we have the Duro with the long legs – shock absorbers. You can’t describe Newfoundland as infinite because it’s an island. So sometime the driver’s compartment gets wet, then you know that you have arrived at one end. Nevertheless – Newfoundland is 2.5 times bigger than Switzerland and if you take the strains of climbing a mountain, you will be rewarded with a view that is second to none for a long time. The view reaches up to the horizon and you only look at forests, lakes, quiet meadows and peace.

Puffins – der Nationalvogel

Wir haben bei Ellison einen Stopp gemacht um die Puffins zu sehen. Puffin – die deutsche Bezeichnung dazu ist Papageientaucher – sind knuffige kleine Vögel mit einem schwarz-weissen Gefieder. Auffallend ist besonders der Schnabel. Der erinnert in der Tat an einen Papageienschnabel, nur das er beim putzigen Fischervogel massig farbig ist. Der Puffin ist der Lieblings- und zugleich Nationalvogel der Newfies. Besonders witzig an diesen gefiederten Freunden ist der Start zum Flug. Also ich finde das witzig. Die starten ähnlich wie ein Helikopter. Flügel ausbreiten, Kopf nach vorne, kräftig mit den Flügeln schlagen, langsam abheben, Kopf weiter nach vorne und nach unten kippen, langsam weiter anheben und dann in den schnellen Flug wechseln. Echt wie ein Helikopter – schaut euch mal genau an wie ein Helikopter, und im Vergleich ein Puffin, starten. 🙂

Puffins – the national bird

We made a stop at Ellison’s to see the puffins. Puffins are cuddly little birds with a black and white plumage. Particularly striking is the beak. Indeed, it reminds of a parrot beak, only that it is massively colored with the cute fisher-bird. The Puffin is the favorite and at the same time national bird of the Newfies. Especially funny about these feathered friends is the start of the flight. Well, I think it’s funny. They start like a helicopter. Spread out wings, head forward, flap the wings strongly, slowly lift off, head further forward and tilt down, slowly lift further and then change into the fast flight. Real like a helicopter – have a look at yourself exactly like a helicopter, and in comparison a puffin, take off. 🙂


Wir waren in St. John’s in einem Dinner Theater. Es war eine unterhaltsame, lustige Show die ABBA zum Thema hatten. Vier Singer/Schauspieler (Peter Halley, Keith Power, Shelley Neville und Kara Noftle) von Newfoundland haben neben komödiantischem Geschick besonders durch ihre Stimmen beim Gesang beeindruckt. Die Vierer-Truppe hat sich am Ende der Show auf den Spirit von Newfoundland mit einem Lied verabschiedet. Die Lyrik dazu trifft den Geist der Newfies und der Insel selbst, am Besten. 

Bottom line

We went to St. John’s to a dinner theater. It was an entertaining, funny show about ABBA. Four singer/actors (Peter Halley, Keith Power, Shelley Neville and Kara Noftle) from Newfoundland impressed with their comedic skills and their singing voices. At the end of the show the group of four said goodbye to the spirit of Newfoundland with a song. The lyrics to it meet the spirit of the Newfies and the island itself, best of all.

It doesn’t matter where you come from

It doesn’t matter where you’ve been

It’s our spirit and our culture

That keeps us all within

One big Family together

That is powered from above

We are rich no matter what we owe

We have each other’s love

We have our rocky shores and mighty seas

The rolling fog and salt sea breeze

We are a people proud and strong

From Newfoundland!

Wir vermissen Newfoundland, seine Menschen, seine Natur, seine Wälder, seinen Geist, seine Moose. Wir denken gerne an Newfoundland zurück und kriegen dabei wässrige Augen. Für uns ist es ein Stück Heimat geworden und das in sehr kurzer Zeit. Ganz besonders vermissen werden wir Rhonda und Owen. Mit ihrer geselligen, fröhlichen Art haben die beiden uns ein Newfoundland gezeigt wie es ursprünglicher nicht sein kann. Wir denken bereits daran hier ein Stück Land zu kaufen die Zeit nach dem Reisen hier zu leben. 

PS: wir haben nun doch noch zwei weitere Moose gesehen. Es gibt also nach unserer Zählung mindestens 5 Moose auf Newfoundland. 🙂

We miss Newfoundland, its people, its nature, its forests, its spirit, its mosses. We like to think back to Newfoundland and get watery eyes. For us it has become a piece of home in a very short time. We will especially miss Rhonda and Owen. With their sociable, cheerful nature the two of them have shown us a Newfoundland that couldn’t be more original. We are already thinking about buying a piece of land here to live the time after traveling here. 

PS: now we have seen two more mosses. There are thus after our counting at least 5 mosses on Newfoundland. 🙂

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