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Was wir vermissen von Portugal

Portugal – Land des Fado, Portweines, Algarve und tollen Menschen. Nun, im Gegensatz zu Nordspanien hat besonders dem männlichen Teil der Duro-Besatzung Portugal enorm gefallen. Und es gibt so einiges was wir vermissen von Portugal. 

Wir vermissen die Landschaft

Die Landschaft Portugals besticht mit einem satten, leuchtenden Grün. Der eine oder andere wird jetzt denken: „Was soll das? Grün ist auch die Landschaft in Zentraleuropa.“ Yep – mitnichten – aber nur im Frühjahr und Sommer. Das Grün was ich hier versuche zu beschreiben, ist das Grün im November. Die Bäume und Sträucher leuchten so, als hätten die Irländer kurzum ihren Saint Patricks Day nach Portugal verschoben. Die Wälder sind vielzählig und dicht. Eukalyptusbäume reihen sich aneinander und strahlen dabei um die Wette mit den Unmengen von Olivenbäumen. Wer hätte gedacht, dass es in dieser Jahreszeit dermassen Grün sein kann. Wir nicht – schon gar nicht in diesen Breitengraden.

Wir vermissen die Leute

Vielleicht ist das jetzt ein wenig übertrieben was folgt. Vielleicht nur ein klein wenig… klitzekleines wenig… ok, eher gute Übertreibung. Dennoch ehrlich gemeint. Wenn die Erfindung der Hilfsbereitschaft einem Land zugeschrieben werden kann, dann Portugal. Wo wir fuhren, standen oder schlenderten… ein Portugiese war immer in der Nähe der uns helfen wollte und auch konnte. Dabei bemächtigten sich die Portugiesen einem enorm guten Englisch. Wir waren sehr erstaunt dass soviel Leuten – jung wie alt – der englischen Sprache so mächtig waren. So fällt die Völkerverständigung leicht. 🙂

Wir vermissen den Portwein

Ob ihr es glaubt oder nicht – ich bin immer noch gegen den unkontrollierten Konsum von Alkohol. Viele Menschen sagen: „Ein Bier oder ein gutes Glas Wein gehört zu einem guten Essen.“ Somit ist Alkohol salonfähig und die negativen Folgen werden dabei immer schön ausgeblendet. Wer bleibt schon bei einem Glas Wein. In Gesellschaft getrunken, kippt der eine oder andere den gekelterten Saft runter wie Wasser. Die Leber dankt es langfristig nicht und das Hirn merkt die negativen Folgen bereits schon nach wenigen Schlucken. Die Unfallopfer machen auch keine Freudensprünge.

Doch auch ich habe etwas alkoholisches gefunden, das mich begeistert. Es ist der Portwein aus Porto. Echter Port muss im Douro-Gebiet angebaut und gekeltert worden sein. Und hier gibt es also echt leckere Tröpfchen. Wir haben die feinen Tropfen von Burmester, Càlem, Ferreira, Graham’s und Ramos Pinto degustiert. Und der Ramos Pinto ist mit Abstand das beste an Port was es gibt. Welche Sorte? Jede!

Egal ob Ruby, Tawny, Rosé, White, Vintage, LBV oder die prämierten Terroir Gold RP10, RP20 oder RP30. Kein anderer Port ist vergleichbar mit jene von Ramos Pinto. Ob wir alle degustiert haben? Ja… und dabei ging es auch lustig zu und her. War echt ein harter Kampf. 🙂

Jetzt ist für eine lange Zeit wieder völlige Abstinenz gefordert.

Wir vermissen die Küsten

Schroffe Küsten erinnern zunächst an die Bretagne. Doch die steilen Küsten Portugals sind nicht mit jenen der französischen Region zu vergleichen. Hier fällt eine Klippe gern mal an die hundert Meter senkrecht ins Meer und führt die kantigen Felsen unter dem Meeresspiegel in gleicher Art und Weise weiter. Hier peitscht die atlantische See mit voller Wucht gegen die Felsen. In Nazaré ist ein weltweit bekannter Hotspot für Surfer. Hier brechen gewaltige – Nein monströse Wellen am Strand. 2013 wurden hier mehrere Weltrekorde gebrochen beim Ritt auf den höchsten Wellen. 21,6 Meter hoch soll die höchste gerittene Welle gewesen sein. Das ist bislang zwar nicht bestätigt dennoch gebieten diese Wassermassen Ehrfurcht. 

Und des Nachts, wenn die Wellen sanfter und länger werden, wird man hier in einen tiefen gesunden Schlaf getragen.  

Wir vermissen die 4G Netzwerke

Wir waren unglaublich erstaunt über den technischen Fortschritt in Portugal. Überall… und damit meine ich auch entlegene Ecken und Strassen im Küstenland,  kann das Internet mit hervorragendem 4G-Speed erreicht werden. 

Wir vermissen schöne Häuser

Portugals Häuser sind modern und vielerorts jüngeren Jahrgangs. Das hat uns am meisten überrascht denn vor wenigen Jahren noch stand der Staat am Rande des Staatsbankrotts. In den Medien hat man über die wirtschaftliche Erholung nicht viel gelesen – umso erstaunter waren wir ob der vielen schönen Häuser. Geschmack haben die Portugiesen was den Hausbau betrifft. Da gibt es einige leckere Hütten in denen ein verbleiben bis zur „Ewigkeit und noch viel weiter…“ ein leichtes ist.

Fazit

Portugal hat uns sehr gut gefallen. Land und Leute haben uns begeistert und gefangen. Hier den Lebensabend zu verbringen würde uns also leicht fallen. Kulinarisch zeigt sich das Land neben traditionell zubereiteten Gerichten auch sehr modern und kann dabei mit vegetarischer Küche dem Hiltl in Zürich locker das Wasser reichen. 

Wir würden jederzeit wieder nach Portugal reisen und dann sogar länger bleiben als bisher. Und dann besuchen wir sicher auch noch ein Fado-Konzert. Das hat bei unserem Besuch einfach nicht klappen wollen.

  1. Ich kann Euch nur zustimmen! War letztes Jahr im Juni erstmals in Portugal. Und im September gleich wieder. Frage mich, wieso ich dieses Land nicht früher entdeckt habe. Einfach wunderschön und nette Leute. Gehe bestimmt auch wieder 😀

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