Die Nasszelle im Duro

Eine Sache beim Ausbau hatte es gewaltig in sich – die Nasszelle im Duro. Im Geiste haben wir uns die Dusche – wie wir es immer nennen – schnell ausgemalt gehabt. Im Grunde ja nichts Wahnsinniges. Drei Wände zimmern, eine Türe bauen, zwei bestehende Wände und die Decke verkleiden – ist überschaubar. Jaja…  wie gesagt, im Geiste waren wir schon fertig. Im September 2016 habe ich für zwei Wochen Ferien genommen um Material einzukaufen und die Nasszelle zu bauen.

Der Bau der Nasszelle im Duro

Wir haben also voller Tatendrang massig Sperrholzplatten aus Birke gekauft. Dann sind Glasfasermatten und Epoxidharz dazugekommen. Das nötige Werkzeug wie ein scharfes Messer, alte Kreditkarten, Abdeckplane, Latex-Handschuhe – … – Latexhandschuhe? Ja, Epoxidharz an den Fingern klebt saumässig.

Nun denn… mit gleichem Tatendrang wie beim Materialkauf haben wir den Bereich für die Nasszelle Millimetergenau ausgemessen. Und hierbei nahm das knifflige dann bereits seinen Lauf. Der Wohnkoffer des Militärduro’s besitzt keine einzige gerade Fläche. Die Seitenwände verjüngen sich nach oben hin. Im vorderen Teil des Koffers flacht die Decke steil ab. Und nicht etwa in Ecken und Kanten sondern in Rundungen. Ferner ist die Decke ebenso nicht flach sondern halbrund.

Keine geraden Wände oder Decken

Eine CAD Grafik des Aufbaus unseres Wohnkoffers. Keine geraden Wände, Decken.

 


Raus aus dem Duro, rein in den Duro

Die zwei Wochen Ferien flutschten dann auch nur so dahin. Alleine in der ersten Woche waren wir damit beschäftigt, die Deckenverkleidung «krumm» hinzukriegen, die Wände zum Innenraum hin mit allen schrägen Linien, runden Decken einzupassen. Einzelne Bretter habe ich sicherlich an die gefühlten 30 mal nachgeschliffen, in den Duro getragen, nachgemessen, aus den Duro getragen, nachgeschliffen, in den Duro getragen, nachgemessen, aus den Duro getragen, nachgeschliffen, in den Duro getragen, nachgemessen, aus den Duro getragen, nachgeschliffen, in den Duro getragen, nachgemessen, aus den Duro getragen, nachgeschliffen… ich wiederhole das hier nicht 30 mal.

Die runde Decke.

Die Rundung vorne hat toll gepasst. Aber die Decke selbst flacht nach Aussen hin gerundet ab.

 


Wenn’s Arscherl brummt, ist’s Herzerl gsund.

Ganz nach dem Motto sollte dann auch der Lokus seinen Platz und seine Bauweise finden. Wir haben lange nach einer für uns brauchbaren, und akzeptablen Lösung gesucht. Und fanden diese dann auch in Form einer Trenntoilette. Das ist echt eine geniale Sache.

Trenntrockentoilette spart Wasser.

Zwei voneinander getrennte Behälter. Einer für den festen Stoff, einer für den flüssigen Stoff.

Trenntoiletten (genauer: Trockentrenntoiletten, Abkürzung TTC) bieten Hygiene und Umweltschutz. Sie sind eine moderne, umweltgerechte Sanitärlösung ohne Abwasser oder Chemie. Bei der TTC wird eine Trennung menschlicher Ausscheidungen durchgeführt. Dies reduziert die Geruchsbildung schon im Ansatz. Daher kann die Entlüftung auch einfach direkt über Dach oder durch die Wand führen.

Die Ausscheidungen lassen sich besser zu organischem Humus umsetzen, welcher wieder in den Naturkreislauf zurückgeführt werden kann. Und das colle dabei – ganz ohne Wasserverschmutzung!

Durch die Trennung von Feststoffen (das Toilettenpapier gehört in den Behälter der Feststoffe) und Urin werden enzymatische und biologische Prozesse verhindert, die normalerweise verstärkt zu unangenehmen Gerüchen führen. Der Urin macht den Kot faulig und umgekehrt führt Kot im Urin zur Abspaltung von stechenden Ammoniakgasen (dies wird in konventionellen Campingtoiletten durch chemische Zusätze nur übertüncht). Durch die Trennung kann Kot für sich oberflächlich trocknen und schließlich vererden. Urin für sich lässt sich unproblematisch lagern, entwickelt weniger Geruch als mit Wasser und Fäkalien gemischt und stellt an sich kein Hygieneproblem dar.

Bei Trockentoiletten und speziell bei Trenntoiletten werden grosse Mengen Wasser gespart – zusätzlich müssen die durch die Vermengung normalerweise enstehenden Giftstoffe NICHT mit viel Energieaufwand aus dem Wasserkreislauf wieder entfernt werden.

Das ist für uns schlichtweg die totale Lösung.

 


Das Ende naht

Was lange währt wird endlich gut. Nach zwei Wochen Ferien mit Bretter zuschneiden, einpassen, nachbessern, einpassen, nach… wir kennen das ja schon… haben wir unsere Nasszelle fertig stellen können. Total haben wir rund 8 Wochen gebraucht um die Dusche zu bauen. Neben Brettern zuschneiden fand das Laminieren mit Galsfasermatten und Epoxidharz statt, der Bau der Türe, der Bau der Trenntoilette, das Fugen der Ecken, das Grundieren und streichen der Decke und Wände. Wir sind sehr zufrieden mit dem Endresultat und sind gespannt auf die ersten Sitzungen.

Trockentoilette in Erstanwendung.

Die erste Sitzung – der Geruch geht ja noch aber das Brennen in den Augen ist höllisch.

 


Benutzte Materialien

Für die Nasszelle haben wir folgende Materialien verwendet.

Eingesetztes Werkzeug:

  • Alte Kreditkarten
  • Pinsel und Roller
  • Malerband
  • Latexhandschuhe
  • Abdeckplane
  • Holzstab
  • Cutter
  • Scharfe Schere
  • Massstab
  • Handsäge
  • Stichsäge
  • Kreissäge
  • Holzraspel
  • Schleifklotz
  • Sandpapier (60, 80, 240 Körnung)

Eingesetztes Material:

  • Sperrholzplatten Birke
  • Glasfasermatten
  • Epoxidharz
  • Urin-Trenner
  • Kanister für Urin
  • Eimer für Kot

Eingekauft bei:

  • Pinsel und Roller von Ruco-Farben: www.ruco.ch
  • Handsäge, Latexhandschuhe, Massstab, Abdeckplane, scharfe Schere, Holzraspel, Sandpapier vom Baumarkt
  • Glasfasermatten und Epoxidharz von Suter Kunststoffe AG
  • Stichsäge und Kreissäge ausgeliehen.

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